Der KI-Boom
Es ist nicht einfach, die Zukunft des KI-Booms valide einzuschätzen. Sind die neuen KI-Agents Fluch oder Segen? Die Schlagzeilen rund um das Eingeständnis außer Kontrolle geratener KI-Agents von führenden KI-Unternehmen wie Anthropic, OpenAI und des Meta-Konzerns schüren Ängste. Versuchen wir gemeinsam, mehr Klarheit zu bekommen, indem ich als ersten Schritt mein Wissen über die Hauptakteure des KI-Booms teile.
Sam Altman
Da ist zunächst Sam Altman, der mit OpenAI nach wie vor ein bestimmender Faktor ist. Ihm verdanken wir ChatGPT 3. Mit diesem Sprachmodell hat er im November 2022 die KI-Revolution eingeleitet und wurde so quasi zum Gesicht des KI-Booms. Doch KI ist nicht nur eine Bereicherung, die viral geht, sondern auch in vielerlei Hinsicht gefährlich. Es ist ein Experiment mit einer Technologie, die niemand so ganz versteht, nicht einmal die Macher der KI-Modelle selbst. Und die neuen KI-Agenten scheinen noch viel unberechenbarer zu sein.
Mich beunruhigen vor allem drei Dinge:
Dass selbst die Entwickler sich des unglaublichen Potenzials der Technologie oft erst durch die Anwender bewusst werden (…so beispielsweise die überraschende Erkenntnis, dass ChatGPT auch Italienisch sprechen und programmieren kann…)
Die Problematik verschärft sich durch die Entwicklung rund um KI-Agents, denn sie sind mehr als die ursprünglichen Chatbots. Sie nutzen KI-Sprachmodelle zwar auch als Grundlage, aber sie können eigenständig entscheiden, welche Werkzeuge und Quellen sie zur Lösung einer Problemstellung nutzen. Multi-Agent-Systeme können sogar mehrere KI-Agents kombinieren und last but not least,
die Tatsache, dass wir schon mittendrin in der KI-Revolution stecken und die Weiterentwicklung der notwendigen Regulierung vorausschießt. Ich befürchte, der Prozess ist wohl unumkehrbar und jede Selbstbeschränkung ist zum Scheitern verurteilt.
Was weiß man eigentlich über Sam Altman?
2015 lernt Sam Altman Elon Musk kennen. Sein großes Vorbild. Bald treffen sich die beiden einmal wöchentlich zum gemeinsamen Abendessen und diskutieren über ein in Silicon Valley bereits 2015 angesagtes Thema - KI und dessen Disruptionspotenzial. Sie stellen fest: KI ist zu gefährlich, um Google das Feld zu überlassen. Also gründete Sam Altman mit Elon Musk noch 2015 OpenAI. OpenAI wurde als Non-Profit Struktur mit dem Versprechen gegründet, die Welt vor der KI-Apokalypse zu bewahren. Also ein kleines idealistisches Forschungslabor, offen, transparent und verantwortungsvoll, zum Schutz der Welt vor Google. Mit dieser Vision gewinnen sie auch die größten Talente, nicht mit Geld, sondern der Mission: “Wir sind die Guten.”
Der Wandel vom Paulus zum Saulus
Aber stimmt das wirklich noch? Sam Altman plant gerade die IPO für ein Unternehmen, das mit ca. 730 MUSD bewertet wird. Der Erfolg von OpenAI verändert das Unternehmen - und Sam Altman. Er wird noch immer gefeiert wie ein Popstar. Er ist aber nicht länger der CEO eines kleinen, idealistischen Forschungslabors, sondern von OpenAI, dem Produzenten eines Produkts, für das sich die ganze Welt interessiert – auch die US-Regierung und China! Nach internen Konflikten und einer personellen Säuberungsaktion ist vom einst idealistischen Non-Profit-Unternehmen nicht viel übrig geblieben. Die ursprüngliche Mission: “Wir sind die Guten” dürfte mittlerweile dem Motto „wird schon irgendwie gut gehen“ gewichen sein. Und Elon Musk, ja der scheint sich wie im Machtrausch zu einem unersättlichen “Edel-Internet-Troll” gewandelt zu haben, der seine eigenen alten Werte untergräbt. Vielleicht war auch die Erzählung rund um die Regulierung der KI zum Schutz der Menschen schon immer nur ein strategischer PR-Schachzug? Vielleicht war die Vision ja immer schon, dass nicht Google das Rennen macht, sondern eben Musk und Altman, koste es was es wolle? Solange nur nicht Google das Geld macht, scheint nun alles kein Problem mehr zu sein. Es ist sicher eben nicht einfach, sich der Verführungskraft der Macht zu entziehen!
November 2022
Der unglaubliche Erfolg von ChatGPT 3 kam im November 2022 selbst für die Entwickler völlig unerwartet. Altmans Erwartungen waren sogar absurd niedrig. Er und die Entwickler konzentrierten sich zunächst zu sehr auf rein technische Aspekte. Aus technischer Sicht war ChatGPT 3 schließlich nur eine Benutzeroberfläche auf einem veralteten KI-Modell. So dauerte es ein wenig, bis die Begeisterung bei OpenAI verstanden wurde und sie das unglaubliche Potenzial erkannten. Denn was entscheidet, ist alleine, was die Nutzer davon halten und was sie daraus machen.
Mein persönlicher KI-Moment
Es war neu und leicht zu bedienen. Es war nicht nur hilfreich, sondern ein neuartiges Erlebnis. Ein wahrer Gamechanger eben, der seither unumkehrbar in alle Aspekte unserer Welt einsickert. Ich war damals gerade mit den Gründungsvorbereitungen von finconaut beschäftigt und wusste plötzlich ganz genau, wovon mein erster Blogbeitrag handeln sollte (hier der Link zum angesprochenen Blog vom 5. April 2023 >https://www.finconaut.com/blog-1/kunstliche-intelligenz-chatgpt-von-openai <).
Super Bowl 2026
Hier trifft sich die amerikanische Prominenz. Selbstverständlich auch persönlich anwesend war KI-Superstar Sam Altman (OpenAI). Hier wird übrigens auch die teuerste Werbezeit der Welt verkauft. Jedoch sprechen an diesem Tag alle über den „What’s the Difference-Werbespot” von Anthropic, der ohne Zweifel ein Frontalangriff auf OpenAI und Sam Altman war. So kommt es, dass ausgerechnet im Rahmen dieses riesigen Sport-Events Dario Amodei, CEO von Anthropic, Sam Altman, CEO von OpenAI, als Gesicht der neuen KI-Welt ablöst!
OpenAI und Sam Altman in der Kritik
Selbst ein Vertreter des Hauptinvestors von OpenAI äußert sich kritisch und fragt sich öffentlich, wie ein Unternehmen mit 13 Milliarden Umsatz Verpflichtungen von über 1 Billion (das tausendfache!) eingehen könne? In dieser extrem kritischen Phase, wo die Investoren zunehmend unruhig zu werden drohen, sagt Altman einem seiner wichtigsten Geldgeber sinngemäß bockig ins Gesicht: Wenn er will, kann er ja gerne gehen. Dabei ist es das, was viele in Silicon Valley nervös macht, nämlich die irrsinnigen Summen, die OpenAI für den Ausbau von Rechenzentren plant und ausgibt. Denn das Geld für diese Investitionen kann OpenAI nicht wenigstens teilweise aus dem Cashflow finanzieren, sondern muss es sich zur Gänze von Geldgebern holen. Das gerade zu einer Zeit, wo die Konkurrenz von Anthropic, anderen US-Player und aus China für alle spürbar und sichtbar näher rückt.
Der Druck auf Altman steigt. Ständig wird er auf das Platzen der KI-Blase angesprochen und manch einer glaubt sogar, dass OpenAI das Unternehmen sein könnte, das alle in den Abgrund reißt und für den nächsten “Lehman-Moment” verantwortlich sein könnte. Unter diesem enormen Druck legt er in einem Interview kurz seine Maske ab und spricht aus, was er vermutlich wirklich denkt: Er möchte eigentlich nur an die Börse, um es den lächerlichen Kritikern zu zeigen und damit er zusehen kann, wie sie sich die Finger verbrennen. Das ist vermutlich das Letzte, was man vom CEO kurz vor dem geplanten Börsengang hören will. Äußerungen wie diese befeuern die Zweifel an der strategischen und ethischen Ausrichtung von OpenAI und Sam Altmans Führungskultur.
Reißt uns alle Sam Altman tatsächlich in den Abgrund?
Ist es also wirklich denkbar, dass Sam Altman mit OpenAI für den nächsten „Lehman-Moment“ verantwortlich sein könnte?
Der Begriff „Lehman-Moment“ geht auf die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 zurück, die als Auslöser einer schweren Vertrauenskrise und in der Folge des Zusammenbruchs des Geld- und Kapitalmarktes gilt. Allgemein bezeichnet man mit diesem Begriff den plötzlichen, unkontrollierten Zusammenbruch eines systemrelevanten Akteurs, der eine massive Kettenreaktion und eine allgemeine Krise auslöst.
Könnte sich so eine tiefgreifende Systemkrise tatsächlich nochmal eintreten?
Ich bin mir sicher, die Geburtsstunde der globalen Finanzkrise war nicht nur für mich als Risikomanager einer Bank ein tatsächlich einschneidendes Erlebnis, das mein Denken und meinen Blick auf die Wirtschaft nachhaltig geprägt hat!
Die Vergangenheit mag sich nicht wiederholen, aber sie reimt sich … sagte einmal Mark Twain …
Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang Peter Thiel und sein sog. Thielverse?
Sam Altman war früher Bestandteil des sogenannten “Thielverse”, denn er zählte schon als Student zum Dunstkreis von Peter Thiel. Thiel war einer der größten Mentoren von Sam Altman. Er verkörpert den typischen introvertierten amerikanischen Nerd und fühlt sich vermutlich deshalb als Strippenzieher im Hintergrund am wohlsten. Trotzdem war er bereits damals ein wichtiger und anerkannter Investor in Silicon Valley. Thiel und Musk waren Sam Altmans große Vorbilder. Fast jeder kennt Musk und hat eine Meinung zu ihm. Aber ich denke, über den ominösen Peter Thiel sollte man auch mehr wissen. Wenn er bei uns von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird, dann maximal aufgrund seiner Nähe und als Unterstützer von Ex-Kanzler Sebastian Kurz oder Donald Trump. Kaum jemand weiß, woher er und sein Reichtum stammen. Um den KI-Boom besser verstehen und Sam Altman besser einschätzen zu können, sollte man jedenfalls mehr über Peter Thiel wissen. Ein Mensch, dessen Biografie kaum jemand kennt und dem doch so viel Macht über unser Leben zugeschrieben wird! Dagegen kann ich etwas tun, deshalb fasse ich die spannende Biografie von Peter Thiel für Interessierte im folgenden zusammen…
Wer ist eigentlich dieser Peter Thiel?
Peter Thiel fungiert als wichtiger Investor und hält sich dabei bevorzugt im Hintergrund. Darauf beruht seine Macht und sein enormer Einfluss. Die öffentliche Aufmerksamkeit überlässt er gerne anderen. So werden viele wichtige Mitglieder der Trumpregierung von Musk, bis Vizepräsident J.D. Vance seinem Dunstkreis zugerechnet.
Wie Thiel zum loyalen Trump-Unterstützer wurde
Der aggressive Steuervermeider Thiel hat vor vielen Jahren den Großteil seiner extrem günstig erworbenen PayPal-Anteile steuerfrei in einen US-Pensionsfonds eingebracht. Das wird Thiel einmal zum begünstigten Bezieher einer Milliardenrente machen. Möglicherweise die höchste überhaupt!
Als Hillary Clinton im Wahlkampf 2015 ankündigte, solche Steuerschlupflöcher stopfen zu wollen. Bekommt Thiel Angst. Angst um sein Vermögen und Angst vor Ermittlungen der Demokraten gegen ihn. Also unterstützte Thiel als einer der Ersten den einzigen ernstzunehmenden republikanischen Gegenkandidaten, der ihm sicher nicht an sein Vermögen will - Donald Trump. Er blieb auch loyal, als Trump mit seinem “grab-‘em-by-the-pussy”-Sager selbst die Republikaner verstörte. Loyalität ist Donald Trump extrem wichtig. Spätestens seit dieser Zeit genießt er Trumps Vertrauen, und Thiel hielt sogar am republikanischen Parteitag 2015 als erster Schwuler ausgerechnet für Trump eine unterstützende Rede (ganz in Contrarian-Manier). So wurde Peter Thiel zu einem der ältesten und einflussreichsten Unterstützer Trumps. Der Wahlsieg Trumps rückt den Tech-Milliardär Thiel schließlich vom Außenseiter, der alles tut, um sich dem Staat zu entziehen, ins Zentrum der Macht, die bestimmen kann, wer mit wem am Tisch des US-Präsidenten sitzen darf. Er war neben Bannon, den Trump-Kindern und Kushner 2015 Teil des Exekutiv-Komittees des Transition Teams. Was 2016 startete, ist der Beginn von allem, was Trump 2025 plant und tut!
Tesla und Palantir sind eigentlich beim Schaulauf 2016 noch zu klein, um vorne mit dabei zu sein. Die CEOs verdanken die Teilnahme alleine Peter Thiel. Palantir ist übrigens eine erfolgreiche Datenanalyse-Firma, die Thiel nach 9/11 gründete. Schon bald erreicht Palantir einen Umsatz von über 1 Mrd. Euro, insbesondere mit Regierungsaufträgen. Der Kursverlauf spricht Bände. Die Regierungsnähe wird, wenig überraschend, zu einem beliebten Geschäftsmodell im Silicon Valley. Ob Drohnen oder Raumfahrt, Thiel gilt als Türöffner. Seine These lautet konsequenterweise: Privatunternehmen können Aufgaben für sicherheitspolitische Entscheidungen effizienter übernehmen als staatliche Institutionen. Da ist auch dann nur recht und billig, wenn Unternehmen damit die Möglichkeit gegeben wird, mit Starlink oder jüngst mit KI-Modellen die Kontrolle über ganze Staaten auszuüben und Tech-Milliardäre (mit dem US-Präsidenten) die Souveränität von Staaten mit einem Handstreich infrage stellen können. Und Trump, ja, der exekutiert das natürlich bereitwillig, solange er davon profitiert….
Woher kommt Thiel’s Reichtum?
Peter Thiel wurde in Frankfurt am Main geboren und schon mit einem Jahr zieht er mit der Familie nach Amerika. Der Beruf seines Vaters führt ihn von Südafrika bis Namibia. Mit seinen top Noten studiert er schließlich im konservativen Stanford.
1998 gründete Thiel - wie viele damals - ein kleines Internet-Startup namens Confinity, aus dem später PayPal entstehen und zur Quelle seines Reichtums werden wird. Auf demselben Stockwerk eines unspektakulären Bürogebäudes in Silicon Valley, in dem sich Thiel - wie viele Gründer zu dieser Zeit - günstig einmietete, befanden sich bereits die Räumlichkeiten der von Elon Musk ebenfalls neu gegründeten X.com. Zwischen den beiden entwickelte sich eine Art Hassliebe. Thiel holt Musk schließlich zu PayPal und macht ihn sogar zum CEO. Doch das mündete schließlich wegen Musks Obsession in einem Zerwürfnis. Musk wollte das Unternehmen schon damals unbedingt in “X” umbenennen, bis Thiel schließlich die Reißleine zieht und Musk als CEO absetzt. Schließlich wird PayPal verkauft.
Thiel und einige Weggefährten setzen sich nach dem Ausstieg nicht reich und satt zur Ruhe, sondern gründen und investieren weiter. Bald sind sie als die legendäre „PayPal-Mafia“ bekannt. In dieser Zeit schaffen sie die Grundlagen für das Internet, wie wir es heute kennen. U.a. entstehen damals YouTube und LinkedIn. Thiel ist auch der erste externe Investor in Facebook - weil er früh die Chance wittert, mit Facebook ein Monopol aufbauen zu können.
Der „Monopolist“
Thiel hasst den Wettbewerb. Er sagte einmal in einem Interview, Wettbewerb sei nur etwas für Loser. Sinngemäß erklärte er: Denn wenn Unternehmen ständig gegeneinander kämpfen müssen, bleibt keine Zeit für echte Innovation. Nur ein Monopolist kann es sich leisten, wirklich langfristig zu denken. Das freie Spiel der Kräfte führe hingegen nur zu Stagnation, weil sich die Mehrheit auf kurzfristige Gewinne konzentriert und der ständige Konkurrenzkampf dazu führt , dass Bestehendes mit bestenfalls kleinen Verbesserungen kopiert wird. Das Konzept der Wirtschaftsliberalen mündet schließlich in Stagnation und kann keine echte Innovation hervorbringen.
Der „Contrarian“
Thiel liebt es, gegen den Strom zu schwimmen. Er versteht sich selbst stolz als „Contrarian“ - sowohl als Investor als auch was seine politische Haltung betrifft.
Als Investor bedeutet das für Thiel, dass er frühzeitig auf der Suche nach Unternehmen ist, deren Produkte so gut sind, dass sie den Aufbau eines natürlichen Monopols ermöglichen. Eine hochriskante Strategie, die natürlich sehr oft schief geht. Allerdings war er oft genug so erfolgreich, sodass er die hohen Verluste locker wegstecken konnte.
Laut Thiel hätten nur Contrarians die Welt wirklich vorangebracht. Er begründet das damit, dass sie Visionäre sind und deshalb keine kleinen Schritte wollen, sondern nur am großen Wurf interessiert sind.
Die Ideologie hinter dem Wandel in den USA
Ob Faktencheck oder Diversity, alles muss von einem Tag auf den anderen einer neuen Realität weichen. Ein tiefgreifender Wandel ergreift Amerika, ein „Vipe Shift“. Dieser Begriff bezeichnet den schnellen grundlegenden Wandel in der gesellschaftlichen Stimmung oder den kollektiven Werten. Die ideologische Basis für die politische und weltanschauliche Zeitenwende seit Trumps Wahlsieg liefert zu einem beträchtlichen Teil Peter Thiel.
Ein Bewusstsein dafür scheint bei der Mehrheit der Betroffenen in den USA leider nicht sehr ausgeprägt zu sein.
Mein Fazit
Die Zerschlagung der Institutionen (des “Deep State”) ist angeblich das Ziel. In seiner Machtposition sorgte Thiel dafür, dass seine Vertrauens-Personen im Rampenlicht ihren Einfluss behalten und beispielsweise ein Klimaleugner zum wissenschaftlichen Berater des Präsidenten gekürt wird! Seine radikalen Personalvorschläge sind dabei häufig sogar für die Republikaner untragbar. Doch was 2016 noch zu radikal war, ist in Trumps zweiter Amtszeit schon normal.
Thiel ist nicht selbst in der zweiten Trump-Regierung. Er liebt, wie bereits betont, die Rolle des Strippenziehers im Hintergrund. Der introvertierte Nerd sieht sich als Stratege und ist weniger in der Tagespolitik zu Hause. Thiel ist mit Sicherheit heute schon wieder einen Schritt weiter und denkt über die Zukunft nach - und setzt auf J.D. Vance, einem wichtigen Hoffnungsträger der Republikaner und ebenfalls eine „Erfindung“ Thiels.
Thiel setzt als Investor neuerdings auf Religion (Gebets- und Meditations-App Hallow).Prominente Investoren sind neben Peter Thiel über dessen Risikokapitalfonds Narya Capital auch J.D. Vance. Man spricht von einem Investment in Höhe von 40 Millionen US-Dollar.
Die Zukunft wird zeigen, was weiter passiert.
Nach dem Eintauchen in die Welt von Sam Altman nun zurück zur Frage: „Wie geht es mit dem KI-Boom weiter?“
Ich bin bei aller berechtigten Kritik für mich zur Überzeugung gekommen, dass KI mehr ist als der aktuelle Boom. Es ist ein Gamechanger und wird unsere Zukunft als Megatrend noch lange begleiten. Ein typischer Megatrend zeichnet sich durch die folgenden beiden Eigenschaften aus: Er umfasst alle unsere Lebensbereiche und er ist unumkehrbar.
Ich bin also überzeugt, dass KI gekommen ist ,um zu bleiben. Sie ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Was allerdings nicht bedeutet, dass auch alle Akteure überleben werden! Man denke nur an den Auto-Boom vor gut 100 Jahren. Es gab damals in den USA über 2.000 Autohersteller. Überlebt hat grade mal eine Handvoll!
Also: nur weil man viel in den Ausbau der KI-Infrastruktur investiert, heißt das noch lange nicht, dass man auch viel damit verdient. Aber ob KI-Apokalypse oder nicht, es wird nicht nur Gewinner geben.
Disruption gehört zu unserer Zeit. Ob ein weiterer Krieg oder KI den nächsten Lehman-Moment auslöst, wir müssen mental und strategisch darauf vorbereitet sein. Wo kein Handel, da keine Preise. Und wo keine Preise, da gibt es keinen Wert. Im Ernstfall entscheiden Verfügbarkeit und Marktliquidität. Da solche Ereignisse immer überraschend eintreten, kann ich nur einmal mehr zur Diversifikation raten, d.h. “nie alle Eier in einen Korb legen”; insbesondere nicht nur Visionen und Narrative kaufen (z.B. SpaceX), sonder auf krisenfeste und stabile Geschäftsmodelle achten um immer einen Anteil an physischen Edelmetallen (Gold) als Notwährung halten ….
Am Ende kann nur jeder/e selbst (an der Kasse) entscheiden und sich fragen: „Wem will ich meine Zukunft anvertrauen…?“